

Aus Sicht des Forums enthält der Aktionsplan zahlreiche Ansätze, die für die Weiterentwicklung des MINT-Ökosystems von besonderer Bedeutung sind. Hervorzuheben ist insbesondere die stärkere Fokussierung auf kohärente Bildungswege, die systematische Verzahnung von formaler und non-formaler Bildung, die Bedeutung regionaler Bildungsökosysteme sowie die nachhaltige Weiterentwicklung bestehender Strukturen. Der Aktionsplan macht deutlich, dass die Wirkung von MINT-Bildung nicht allein von der Anzahl einzelner Angebote abhängt, sondern wesentlich davon, wie gut diese miteinander verbunden sind und Bildungsbiografien langfristig begleiten. Dieser systemische Blick stellt einen wichtigen Beitrag dar, um die Wirksamkeit und Reichweite der MINT-Bildung weiter zu erhöhen.
Das NMF begrüßt zudem ausdrücklich die Betonung von Kooperationen und Partnerschaften zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die im Aktionsplan formulierte Zielsetzung, regionale Bildungslandschaften zu stärken und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure auszubauen, entspricht der langjährigen Überzeugung des Forums, dass nachhaltige MINT-Bildung nur im Zusammenwirken verschiedener gesellschaftlicher Kräfte gelingen kann. Gleichzeitig wird es darauf ankommen, bestehende erfolgreiche Netzwerke, Clusterstrukturen und Unterstützungsangebote konsequent und mit den bereits vorliegenden Erkenntnissen weiterzuentwickeln und ihre Erfahrungen in die Umsetzung neuer Maßnahmen einzubeziehen.
Positiv bewertet das Nationale MINT Forum darüber hinaus die starke Ausrichtung des Aktionsplans auf Chancengerechtigkeit. Die Anerkennung unterschiedlicher Ausgangsbedingungen sowie der Fokus auf bislang unterrepräsentierte Zielgruppen, geschlechtersensible Ansätze und die Schließung regionaler Versorgungslücken sind wichtige Voraussetzungen, um die vorhandenen Talente in ihrer gesamten Breite zu erschließen. Ebenso ist die stärkere Verknüpfung von Ganztag, Schule und außerschulischen Lernorten ein vielversprechender Ansatz, um MINT-Bildung langfristig und flächendeckend systemisch wirksam zu verankern.
Besonders begrüßenswert ist, dass der Aktionsplan MINT+ das Thema Entrepreneurship Education ausdrücklich aufgreift und als Bestandteil des erweiterten MINT+-Verständnisses verankert. Die Verbindung von MINT-Kompetenzen mit unternehmerischem Denken und Handeln eröffnet jungen Menschen zusätzliche Perspektiven für aktive Zukunftsgestaltung, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung. Programme wie Schülerfirmen oder „Jugend gründet“ leisten hierbei einen wichtigen Beitrag, indem sie Kreativität, Problemlösungskompetenz, Eigeninitiative und Gestaltungswillen fördern. Die Einbettung unternehmerischer Perspektiven in den MINT+-Ansatz trägt dazu bei, MINT-Bildung noch stärker als Motor für Innovation, Transfer und gesellschaftliche Entwicklung zu verstehen.
Gleichzeitig wird die konkrete Umsetzung der im Aktionsplan formulierten Ziele entscheidend sein. Hinsichtlich der Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen sind sich die Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst. Zugleich besteht die Hoffnung, dass – wie bei den beiden vorangegangenen MINT-Aktionsplänen – erneut substanzielle Mittel aus den Ministerialhaushalten zur Förderung bestehender und neuer Vorhaben bewilligt werden können. Aus Sicht des Nationalen MINT Forums bleibt wichtig, die angestrebten Wirkungen möglichst klar zu definieren und nachvollziehbar messbar zu machen. Dies betrifft insbesondere die Frage, wie die flächendeckende Verfügbarkeit hochwertiger MINT-Angebote verbessert, weiße Flecken geschlossen, die Anschlussfähigkeit entlang von Bildungswegen gestärkt und nachhaltige Strukturen aufgebaut werden können. Ebenso erscheint es sinnvoll, die Erkenntnisse und Erfahrungen aus bisherigen Förderprogrammen und Netzwerkstrukturen systematisch für die weitere Ausgestaltung des Aktionsplans zu nutzen.
Insgesamt stellt der Aktionsplan MINT+ einen wichtigen und überzeugenden Schritt für die Weiterentwicklung der MINT-Bildung in Deutschland dar. Das Nationale MINT Forum unterstützt die Zielrichtung des Vorhabens und sieht in dem erweiterten MINT+-Ansatz, der stärkeren Systemorientierung sowie dem Ausbau von Partnerschaften und Bildungsökosystemen die Grundlage, um MINT-Bildung langfristig zu stärken. Das Nationale MINT Forum bringt sich auch weiterhin gerne als Partner in den weiteren Dialog und die Umsetzung des Aktionsplans ein.





































