MINT-Regionen sind vorerst krisenfest, uneingeschränkt flexibel und bedingt optimistisch

Hamburg, 29. MaiDie Umfrage zeigt die aktuelle Situation der regionalen Netzwerkarbeit in der MINT-Bildung. Sie wurde von der Körber-Stiftung in Zusammenarbeit mit sechs Landesnetzwerken und dem Nationalen MINT Forum e. V. durchgeführt.

Die Corona-Pandemie ist eine immense Herausforderung – auch für die MINT-Bildung in Deutschland. Was bedeutet das für die 130 regionalen MINT-Netzwerke, kurz MINT-Regionen? Um eine Einschätzung der aktuellen Situation zu erhalten, hat die Körber-Stiftung mit den Landesnetzwerken in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ in Baden-Württemberg und dem Nationalen MINT Forum e.V. eine gemeinsame Umfrage gestartet. 90 von 130 MINT-Netzwerken haben sich daran beteiligt und einen Einblick in ihre aktuelle Lage geben.

Die wichtigsten Ergebnisse:

1. Weitgehend krisenfest: Vorläufige Entspannung im Lockdown

Die MINT-Netzwerke erweisen sich in der aktuellen Situation als weitgehend krisenfest. Sie verfügen überwiegend über stabile Strukturen und sind bislang nicht in der Existenz bedroht. 

2. Uneingeschränkt flexibel: Mehrwert der Community 

Bei dem Netzwerk der MINT-Regionen handelt es sich um eine aktive Community, die voneinander und miteinander lernt. Die Netzwerker*innen haben virtuelle Lösungen und kreative Strategien für die Arbeit vor Ort entwickelt, über die sie sich zukünftig noch stärker austauschen wollen. 

3. Bedingt optimistisch: Ruhe vor dem Sturm

Die Corona-Krise wird die MINT-Netzwerke erst zeitverzögert erreichen. In den kommenden Monaten ist vor allem mit einem Rückgang der operativen und finanziellen Beteiligung von Unternehmen zu rechnen, so dass die Netzwerke zunehmend unter Druck geraten werden.

Julia André, Leiterin des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, ist angesichts der Ergebnisse einerseits sehr zufrieden: „In der aktuellen Situation beweist sich die Stärke der regionalen Netzwerkarbeit. Gerade jetzt profitieren die MINT-Akteure von dem Austausch vor Ort, um gemeinsam Lösungen für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern auch unter erschwerten Bedingungen zu finden.“ Auf der anderen Seite verweist sie darauf, dass es sich bei der Umfrage nur um eine Momentaufnahme handelt. Sollten die starken Einschränkungen des Kita- und Schulbetriebs im Herbst fortgesetzt werden, könnten sowohl die Netzwerke als auch die außerschulischen Projekte und Initiativen wirtschaftlich stark unter Druck geraten. „Wir müssen aufpassen, dass die überaus starke und heterogene außerschulische MINT-Landschaft nicht durch die Corona-Krise verödet“, so André.

Vor diesem Hintergrund ist eine Fortsetzung der Befragung für den Herbst geplant, um die weitere Entwicklung im Blick zu behalten und zeitnah reagieren zu können. Die Umfrage ist eine Initiative der Körber-Stiftung und der Landesnetzwerke in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ in Baden-Württemberg und dem Nationalen MINT Forum e.V., die in einem gemeinsamen Länderbeirat organisiert sind.

Zu den Ergebnissen der Umfrage

Weitere Informationen:

www.mint-regionen.de

 

Quelle: Körber-Stiftung