MINT-Frühjahrsreport 2020

Berlin, 3. Juni 2020 – Der heute vorgestellte MINT-Frühjahrsreport zeigt, dass ohne die Effekte der Corona-Krise die MINT-Arbeitskräftelücke unverändert groß bleibt. Das Nationale MINT Forum (NMF) sieht damit bestätigt, dass alle vor der Krise angestoßenen Maßnahmen zur Verbesserung der MINT-Bildung nun mit noch mehr Kraft fortgeführt werden müssen. Ein Schlüssel liegt dabei in der Förderung und Vernetzung von schulischen und außerschulischen Aktivitäten.

Die Corona-Krise hat einen deutlichen Einfluss auf die aktuellen Ergebnisse. Noch im Februar dieses Jahres entsprach die MINT-Lücke ungefähr dem (konstant steigenden) Durchschnittswert aus den Jahren 2014-2019. Erst im April liegt der Wert 29% unter dem April-Durchschnitt der Vorjahre. Bei den MINT-Experten ist der Rückgang mit 7% relativ gering, fast um die Hälfte verkleinerte sich die Lücke dagegen bei den MINT-Fachkräften. Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Metallverarbei­tung waren besonders stark betroffen, während sich in den Bau-Berufen sowie der IT-Branche die Lücke sogar vergrößerte.

„Diese aktuellen Zahlen beweisen, dass der Bedarf an MINT-Fachkräften ungebrochen hoch ist, und wir ihn nach wie vor nicht decken können. Wir müssen deswegen alle vor der Krise begonnenen Anstrengungen für die Verbesserung und Ausweitung MINT-Bildung nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch verstärken“, betonte heute Edith Wolf, Co-Sprecherin im NMF, in Reaktion auf die heute veröffentlichten Zahlen im MINT-Frühjahrsreport.

Verstärktes Engagement muss sowohl Schulen als auch außerschulische MINT-Bildungsanbieter betreffen, denn beide leisten, miteinander vernetzt, einen entscheidenden Beitrag zu erfolgreicher MINT-Bildung. „In den Schulen, so zeigt uns die Krise noch einmal überdeutlich, dürfen wir bei der Digitalisierung nicht bei der technischen Ausstattung stehenbleiben. Vielmehr brauchen wir päd­a­gogisch fundierte Lernmanagementsysteme, zudem aber auch einschlägig ausgebildete Lehr­kräfte, all dies als Teil umfassender Konzepte“, erklärte NMF-Co-Sprecher Dr. Ekkehard Winter.

Die außerschulischen MINT-Initiativen wiederum müssten darin unterstützt werden, ihre Arbeit wirkungsorientiert auszurichten. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus dem Kreis der NMF-Mitglieder hat das NMF daher kürzlich die MINT-Qualitätsoffensive gestartet. Mithilfe vielfältiger Unterstützungsangebote können dort außerschulische MINT-Lernorten ihre eigenen Aktivitäten auf Qualität und Wirkung hin überprüfen und optimieren.

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Auftraggeber der Studie sind der Bundesverband der Deutschen Industrie sowie die NMF-Mitglieder Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die Initiative MINT Zukunft schaffen.

 

Die Initiatoren

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

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