Zahlen bitte! Neues „Komm, mach MINT.“-Datentool stellt Daten zu MINT-Studiengängen zur Verfügung

Mit einem neuen Datentool bietet der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ allen Interessierten die Möglichkeit, Daten zu Studienanfängerinnen und -anfängern, zu Studierenden sowie zu Absolventinnen und Absolventen in den MINT-Fächergruppen abzurufen und weiter zu verwerten.

Wie hat sich die Zahl der Studierenden in den MINT-Fächern in den letzten Jahren entwickelt? Wie viele Frauen studieren aktuell ein ingenieurwissenschaftliches Studienfach? Und wie hoch ist eigentlich der Frauenanteil in der Informatik? Mit dem neuen Datentool des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ können diese und andere Fragen bezüglich der Entwicklungen in den MINT-Fächergruppen schnell und einfach beantwortet werden. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf ein Studien- bzw. Prüfungsjahr und basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes, die „Komm, mach MINT.“ für die MINT-Fachbereiche ausgewertet hat.

Link zum neuen Tool

Über 1 Million MINT-Studierende

Für das Studienjahr 2018 zeigt das MINT-Datentool, dass über 1 Million Studierende in einem MINT-Studiengang eingeschrieben sind. Damit beträgt der Anteil der MINT-Studierenden an allen Studierenden rund 40 Prozent. Von den MINT-Studierenden sind 338.132 (31 %) Frauen und 756.412 (69 %) Männer. Im Vergleich zu 2008 (203.400) ist mit einem Plus von 66 Prozent die Zahl der Frauen, die ein MINT-Fach studieren, besonders stark angestiegen.

Ein Blick auf die Zahl der Studierenden im 1. Fachsemester (1. FS) zeigt, dass die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger sich mit insgesamt 349.480 zwar weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt, seit ihrem Höchststand 2016 (350.868 Studierende im 1. FS) aber leicht rückläufig ist. Dieser Rückgang ist ausschließlich auf den Rückgang an männlichen Studienanfängern im MINT-Bereich zurückzuführen: 2018 starteten 4.853 Männer weniger ein MINT-Studium als noch 2016. Ein Großteil dieses Rückgangs ist in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften zu verzeichnen. Die Zahl der weiblichen MINT-Studienanfängerinnen stieg hingegen im gleichen Zeitraum über alle MINT-Fächergruppen hinweg um 3.465 (2016: 113.375; 2018: 116.840) und in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften um 958.

Insgesamt zeigt sich im Zeitvergleich, dass der Frauenanteil an den MINT-Studienanfängerinnen und -anfängern im 1. FS im letzten Jahrzehnt kontinuierlich zugenommen hat. Dieser stieg von knapp 60.000 Studienanfängerinnen im Studienjahr 2008 auf 117.000 in 2018. Damit sind über 33 Prozent aller MINT-Erstsemester im 1. FS weiblich. Besonders erfreulich ist der Anstieg der Studienanfängerinnenzahlen in der ingenieurwissenschaftlichen Fächergruppe und hier insbesondere in den Studiengängen Elektrotechnik/Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau/Verfahrenstechnik und Bauingenieurwesen. Mit dem stetigen Anstieg der Neueinschreibungen von Studentinnen im 1. FS stieg auch der Frauenanteil an den Studierenden im ersten FS in den jeweiligen Studienbereichen und liegt im Studienjahr 2018 beispielsweise in der Informatik bei annähernd 25 Prozent, im Bereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik bei mehr als 23 Prozent und im Bauingenieurwesen bei über 30 Prozent (vgl. Abb.).

Auch die Entwicklung der Absolventinnen- und Absolventenzahlen lässt sich mit dem MINT-Tool einfach und unkompliziert nachvollziehen. Dabei zeigt sich, dass es in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Anstieg gegeben hat: Schlossen im Prüfungsjahr 2008 noch 102.373 Studierende ihr MINT-Studium erfolgreich ab, so waren es im Prüfungsjahr 2018 183.167. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl der Absolventinnen und Absolventen allerdings erstmals leicht gesunken, und zwar um 0,8 Prozent (1.612 Personen). Während sich die Zahl der Absolventinnen in diesem Zeitraum um 398 leicht erhöhte, sank die Zahl der Absolventen um 2010 Personen. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei den MINT-Absolventinnen und -Absolventen bei 31 Prozent. Besonders in den Studiengängen Elektrotechnik/Informationstechnik und Informatik hat sich der Anteil der Absolventinnen an der Gesamtzahl der Absolventen deutlich erhöht. Dieser stieg in Elektrotechnik/Informationstechnik von 8,9 % in 2008 (889 Absolventinnen) auf 12,1 % in 2018 (1.822 Absolventinnen) und in der Informatik von 15,1 % (3.799 Absolventinnen) auf 19,8 % (5.367 Absolventinnen).

Auffällig ist die starke Diskrepanz zwischen der hohen Zahl an Studienanfängerinnen und -anfängern in den MINT-Fächergruppen und der im Vergleich wesentlich niedrigeren Zahl der Absolventinnen und Absolventen in den entsprechenden Prüfungsjahren. Hier zeigt sich, dass nach wie vor hohe Abbruchraten in den MINT-Studiengängen zu verzeichnen sind. Hier mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern ist von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der MINT-Fächer.

Quelle: www.komm-mach-mint.de

Über „Komm, mach MINT.“

Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“  führt die Kompetenz von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnern und Medien zusammen, um das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft zu verändern. „Komm, mach MINT.“ ist Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung „Aufstieg durch Bildung“ und wurde 2008 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Ziel gestartet, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Berufskarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen.

Die Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt. Der Verein fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung.

www.komm-mach-mint.de

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