NMF empfiehlt: Hochschulen als MINT-Akteure stärken

Berlin, 05. Februar 2019 – Mit seiner jüngsten Empfehlung setzt sich das Nationale MINT Forum (NMF) dafür ein, die Hochschulen in ihrer Doppelrolle als MINT-Bildungsstätten und MINT-Innovationsmotoren zu stärken. In 20 Einzelempfehlungen wird benannt, wie man die Hochschulen als MINT-Akteure stärken und eine noch bessere Vernetzung mit den anderen Teilen des Bildungs- und Innovationssystems ermöglichen kann.

 

„Hochschulen sind ein wesentlicher Teil der MINT-Bildungskette und gleichzeitig zentraler Akteur im deutschen Innovationssystem. In dieser besonderen Doppel­funktion könnten sie noch mehr leisten, wenn die nötigen Rahmen­bedingungen geschaffen werden", erklärt Prof. Dr. Klaus Semlinger, die Motivation des NMF, eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung von Empfehlungen unter seiner Leitung zu beauftragen. Semlinger ist Präsident der Hochschule für Technik und Wirt­schaft Berlin und vertritt die HAWtech HochschulAllianz für Ange­wandte Wissen­schaften im NMF; auch die anderen Experten der AG stammen aus den NMF-Mitgliedseinrichtungen.

Im Mittelpunkt der insgesamt 20 Empfehlungen (E) stehen zwei Themenkreise:

  1. Hochschulen als integrierte Bildungs- und Forschungsstätten geben dem Anwen­dungs­bezug ihrer Arbeit durch stärkere Berücksichtigung von Innova­tions­orien­tierung, Entrepreneurship und Transfer ein größeres Gewicht (E3, E4, E 5, E14, E15). Dazu engagieren sie sich verstärkt in kooperativer Vernetzung mit Akteuren aus Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Zivilgesell­schaft (E12, E13). Dafür verbessert die Wissenschaftspolitik neben der gezielten Projektförderung die finanziellen Rahmen­bedingungen auch für themenoffene Innovationsvorhaben (E16, E17, E20).
  2. Berufliche und Akademische Bildung stehen nicht gegeneinander, sondern ergänzen sich. Es gilt, Talente möglichst voll zur Entfaltung und nach Eignung und Neigung zum Einsatz zu bringen. Dies erfordert gemeinsame Anstren­gun­gen von Schulen, Hoch­schulen und Unternehmen durch Angebote einer erfahrungsgestützten Bildungs- und Berufsorientierung (E1, E7), durch Verbesserung der Anschlussfähig­keit (E6), und durch verbesserte Zugangs- und Übergangsmöglichkeiten (E2, E8, E9, E10, E11, E18). Jenseits der Ressourcenfrage ist hier die koordinierende Hand der Politik gefordert (E19).

„Das Empfehlungspapier richtet sich an die Hochschulen, aber auch an Akteure und Entscheidungsträger im schulischen, unternehmerischen und vor allem im politi­schen Bereich“, sagt NMF-Sprecher Dr. Ekkehard Winter. NMF-Sprecherin Nathalie von Siemens verweist auf die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und betont: „Die Empfehlung ist von besonderem Wert, weil sie im Spannungsfeld der Blick­winkel ganz unterschied­li­cher Akteure entstanden ist.“ In der AG arbeiten Vertreter aus Wirt­schaft (VDI, DIHK), Wissen­schaft (HRK, Leopol­dina, acatech, 4ING, TU9) sowie dem gemeinnützigen Sektor (Stifterverband, Körber-Stiftung, Jugend forscht).

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