4. Nationaler MINT Gipfel

Digitale Chancen ergreifen - Digitale Spaltung meistern

2. Juni 2016, 10:00 bis 17:00 Uhr (anschließend Empfang)

Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG, Französische Straße 33 a-c, 10117 Berlin

Programm zum Download

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Am 2. Juni findet der 4. Nationale MINT Gipfel zum Thema "Digitale Chancen ergreifen - Digitale Spaltung meistern" in Berlin statt. Auf dem Gipfel soll eine Debatte zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Bildung und Wirtschaft über die Konsequenzen der Digitalisierung und die notwendigen Lernprozesse in der digitalen Ära ermöglicht werden. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wird als Hauptrednerin am Gipfel teilnehmen.


Um die Stimmen junger Menschen auf dem Gipfel zu integrieren, hat erstmalig eine Vorkonferenz unter der Schirmherrschaft des Nationalen MINT Forums stattgefunden. Die dort gesammelten Erkenntnisse werden auf dem ersten Panel des Gipfels mit dem Titel "Youth Leadership: Wie lernen Menschen in der digitalen Ära?" diskutiert. Das zweite Panel wird sich mit der Frage auseinandersetzen, wie lebenslanges Lernen und Kulturwandel in der Ära der Digitalisierung aussehen kann. Am Nachmittag wird eine international vergleichende Perspektive auf erfolgreiche digitale Bildungsprojekte geworfen. Zum Ende des Gipfels wird der Versuch einer gesamtgesellschaftlichen Einordnung unternommen.

Schüler bringen sich beim 4. Nationalen MINT Gipfel ein: Ein Interview zur Youth Leadership Konferenz „ZukunftsLab #DigitaleBildung“

Im Gespräch mit Dr. Nathalie von Siemens (Siemens Stiftung), Michael Fritz (Stiftung „Haus der kleinen Forscher“) und Matthias Mayer (Körber-Stiftung).

Was war die Idee hinter der Youth Leadership Conference im Vorfeld des Nationalen MINT Gipfels?

Dr. Nathalie von Siemens: "Wir werden auf dem 4. Nationalen MINT Gipfel über digitale Bildung sprechen und mit Menschen diskutieren, die darauf Einfluss nehmen. Dabei ist uns wichtig, auch junge Menschen in die Debatte einzubeziehen, deren Ausbildung ein wichtiger Aspekt für uns ist. Aus diesem Grund haben wir im Vorfeld des Gipfels das ZukunftsLab #DigitaleBildung anberaumt, an dem 50 junge Leute aus ganz Deutschland teilgenommen haben. Dort haben die Teilnehmer ihre Erwartungen und Wünsche an das Bildungssystem in der digitalen Ära erarbeitet. Die Ergebnisse dieser Youth Leadership Konferenz werden von den Schülern auf dem Gipfel präsentiert. Ziel ist es, vielfältige Stimmen von Anwendern, Gestaltern und Querdenkern einzufangen und gemeinsam zu transportieren, wie lebenslanges Lernen und Kulturwandel in der Ära der Digitalisierung aussehen kann.“

Wo besteht Nachholbedarf an den Schulen/im Unterricht beim Thema digitale Bildung?

Michael Fritz: „Wenn von Nachholbedarf im Bereich der digitalen Bildung die Rede ist, denken viele zuerst an die oft unzureichende technische Ausrüstung der Schulen. Genauso wichtig ist es aber, pädagogische Fach- und Lehrkräfte durch gute Fort- und Weiterbildungsangebote dabei zu unterstützen, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln. Digitale Medien sollen Lernbegleiter für Kinder und Jugendliche sein. Sie sind ein Instrument von vielen zur Vermittlung pädagogischer Inhalte, aber nicht das einzige. Sie können die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte ergänzen, aber auf keinen Fall ersetzen.“

Welche Rolle spielt außerschulisches Lernen für die digitale Bildung?

Matthias Mayer: „Das Tempo bei der Digitalisierung ist hoch. Schulen und überhaupt die Institutionen der formalen Bildung entwickeln sich dagegen vergleichsweise träge, meistens übrigens aus guten Gründen. Es ist also zu befürchten, dass Schule den Entwicklungen auf diesem Gebiet immer ein ganzes Stück hinterherhinken wird. Umso wichtiger ist der Schulterschluss mit den außerschulischen Initiativen, die für interessierte Kinder und Jugendliche attraktive Angebote machen - von der Robotik über die App-Programmierung bis zur Gründung des eigenen kleinen Start-Ups. Mit diesem Engagement übernehmen sie eine ganz wichtige Funktion in der Talentförderung. Offen allerdings bleibt die Frage, wie die Angebote auch zum ‚Breitensport’ ausgebaut, sprich in der Fläche ausgerollt werden können.“

Warum ist der Austausch mit Schülern zum Thema digitale Bildung besonders wichtig?

Dr. Nathalie von Siemens: „Gerade bei diesem Thema können und sollten wir von Jugendlichen lernen, deren Alltag und Entwicklung stark durch Digitalisierung geprägt ist. Sie sind es, die von Anfang an mit digitalen Medien aufgewachsen sind und die technologischen Möglichkeiten positiv zu nutzen wissen. Wir stellen den Schülern auf dem 4. Nationalen MINT Gipfel für die Präsentation ihrer Erfahrungsberichte, Wünsche und Positionen deshalb den entsprechenden Raum zur Verfügung. Der Austausch mit ihnen ist darüber hinaus ein Beispiel dafür, wie produktiv über Generationen hinweg zusammen gearbeitet werden kann.“

Michael Fritz: „Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien ist von immenser Bedeutung. Computer und Internet sind längst selbstverständlicher Teil der Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen. Die Veränderung unseres Lebens durch digitalen Wandel ging bedeutend schneller und verlief in vielen Fällen ganz anders, als wir es uns je vorstellen konnten. Wer die Welt von heute und von morgen mitgestalten möchte, muss dem digitalen Wandel selbstbewusst gegenüberstehen und darf keine Angst vor Veränderung haben. Dazu gehören auch eine selbstbewusste Auseinandersetzung und ein kritisches Hinterfragen der digitalen Medien. Kinder und Jugendliche sind die Gestalter der Welt von Morgen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen schon früh die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Medien im Schulunterricht zu ermöglichen. Wir wollen deshalb ihre Visionen, Wünsche, aber auch Bedürfnisse und Fragen hören.“

Matthias Mayer: „Erstens weil es prinzipiell besser ist, mit Menschen zu reden als nur über sie. In diesem speziellen Fall aber ganz besonders, weil wir über die digitale Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen immer noch zu wenig wissen. Mit der Vorstellung, hier wachse eine Generation von ‚Digital Natives’ heran, geht nicht selten die Annahme einher, entsprechende Kompetenzen würden sich durch den pausenlosen Umgang mit allerlei digitalen Gerätschaften wie durch Zauberhand einstellen. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Und hört man den Jugendlichen zu, formulieren sie sehr deutlich den Wunsch nach kompetenter pädagogischer Unterstützung, um die Potenziale der digitalen Medien wirklich nutzen und mögliche Risiken besser einschätzen zu können.“

Impressionen vom Nationalen MINT Gipfel 2015

Wir danken folgenden Partnern für die Unterstützung des Nationalen MINT Gipfels

Nationales MINT Forum

Ansprechpartnerin

 

Dr. Julia Härder

Leitung der Geschäftsstelle

Tel.: 030 / 2063096-95

 

julia.haerder(at)nationalesmintforum.de

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